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    So, 02.12.2018, 15:00 Uhr - So, 23.12.2018, 18:00 Uhr

Blüten Stücke 2.0

Martin Wilhelm - „Blüten Stücke 2.0“ Kultur im Norden – KUNO eröffnet das neue Ausstellungsjahr am 15. Januar mit einer Einzelschau des hessischen Künstlers Martin Wilhelm (1955, Frankfurt/M). Seine vorgestellten Pflanzen- und Blumenarbeiten sind in ihrer Blütenpracht alles andere als dekorative Naturmalerei.

Veranstaltungsort
Langwedel - Etelsen
www.kunoweb.de

Veranstalter
Kultur im Norden - KUNO e.V.

Kontaktadresse
Paul Kroker
Etelser Str. 17B
27299 Langwedel
04235 92829
kulturimnorden@gmail.com
http://www.kunoweb.de

Termine
Fr, 12.01.2018 - So, 15.04.2018, 23:45 Uhr

Veranstaltungsart
Ausstellungen

Kultur im Norden – KUNO eröffnet das neue Ausstellungsjahr am 15. Januar mit einer Einzelschau des hessischen Künstlers Martin Wilhelm (1955, Frankfurt/M).
Seine nun online vorgestellten Pflanzen- und Blumenarbeiten sind in ihrer Blütenpracht alles andere als dekorative Naturmalerei. Sie sind im wahrsten Wortsinne vielschichtig und auch keine Malerei in Öl oder Acryl. Sondern gefertigt dank Fotografie und Computertechnik mit vielen Überlagerungen, Vertauschungen und Vervielfachungen, Kombinationen mit wissenschaftlichen Formeln des Dargestellten. Und man könnte seine Methode auch Collage oder Montage nennen, so wie es der Künstler selbst tut mit dem Titel „monTage“ für den gleichnamigen Bildzyklus, der von zweiundfünfzig Montagen des Jahres 2015 je eine Arbeit anbietet.
Martin Wilhelm, studierter Bauingenieur, ist eben auch ein Monteur, der nicht nur Techniken und Technologie für seinen künstlerischen Umgang mit der Natur einsetzt, sondern diesen Prozess dann auch selbst im definitiven Bild ästhetisch dokumentiert.
Charakteristisch sind für seinen Arbeitsprozess labormäßige, wissenschaftliche Verfahrensweisen und deren klare Planung hinsichtlich Tempi, Materialien, Arbeitstechniken.
Im Schaffen des Künstlers schält sich dort eine Synthese von Wissenschaft, Ästhetik und Ethik heraus, wo ein Bild oder eine Installation aus Dargestelltem, Arbeitstechniken und – warum nicht?! – der Wortwahl bei der Benennung der Arbeiten zu Kunst wird.
Nehmen wir den Titel der Serie „GEN-ETHIK“, eine „Verknüpfung der Begriffe Gentechnik und Ethik“, so der Künstler. Das Wortspiel mit dem einen Konsonanten könnte vielleicht ja übersehen werden. Steckt darin neben einer diskreten Mahnung angesichts eines ausbeuterischen und zerstörerischen Umgangs mit der Natur nicht auch die Ahnung eines fundamental anderen, lebensnotwendigen Denkens und Handelns der Nachhaltigkeit?! Grundlegende Fragestellungen, wie sie Martin Wilhelm selbst anreißt: „Der Beginn zu dieser umfassenden Werkserie lag im Zusammenhang mit der Entschlüsselung des menschlichen Genomcodes und des sich steigernden Machbarkeitswahns auf allen Gebieten der Genetik, vor allem der Pflanzenwelt“.
Einen starken Kontrast zur farbfrohen, von Formeln unterspülten Blütenwelt bildet „Holozän“, eine Serie, nach dem gegenwärtigen Zeitabschnitt der Erdgeschichte benannt. Thematisch sticht sie heraus mit ihren urbanen Motiven und realistischen Figuren, bildnerisch mit ihrer Ästhetik unterkühlter Pop-Art.
Experimentell und auf eine längere Produktionszeit abgestimmt ist die Serie “Tulpenmanie 2“ (2016). Hier werden zehn Objekte beobachtet und bearbeitet in dem konkreten Zeitraum ihrer Entwicklung von 38 Wochen. Die Materialien: Tulpenzwiebeln, Gips, Gipsbinden und Acrylfarben.
Hintergrund dafür bildet, so noch einmal der Künstler, „die Tulpenmanie in den Niederlanden vor rund vierhundert Jahren, die ja auch als erster dokumentierter Börsencrash gilt. Objekte der Begierde waren Tulpenzwiebeln, deren Preise ins Gigantische stiegen und damit eigentlich ins Lächerliche. Manche wurden höher gewertet als ein gleichgewichtiger Klumpen Gold. Dies fiel in die Periode des Goldenen Zeitalters in den Niederlanden.“
Nicht zu vergessen, dass der Tulpenwahn als Spekulationsblase 1637 abrupt einbrach und viele Beteiligte in den wirtschaftlichen Ruin riss, während die ökonomische wie kulturelle Blütezeit in den damaligen Niederlanden rund ein Jahrhundert andauerte und kunst- und kulturgeschichtlich eine einmalige Hochzeit darstellt.

Die Bildnisse des Martin Wilhelm sind auf den ersten Blick (und eventuell auch auf den zweiten) nicht unbedingt anheimelnd, suchen also keineswegs den kumpelhaften Schulterschluss. Kühle und Distanz mutieren jedoch, wenn sich das Publikum auf Verfremdungen einlässt und es gelingt, das Tor aufzustoßen zu Emotionen und Erhabenheit.

15.1. – 15.4.2018 online auf www.kunoweb.de

Kontakt

Große Straße 1
27299 Langwedel

04232 - 39 0
rathaus@langwedel.de

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